Nummer 135: Vorläufiges Aus für den Panoramabus

Den Fahrgästen war’s zu warm – Mercedes trägt den Sieg davon

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Ein Bild aus glücklichen Tagen: Der Büssing-Bus mit seiner Panorama-Aussicht kommt an der Haltestelle Wildenranna Bahnhof an.

Wildenranna, 5. August (Eigener Bericht). Der selten heiße Sommer hat für einen Eklat im Personennahverkehr gesorgt: Drei Fahrgäste sind im Büssing-Panoramabus der Linie Bahnhof – Sägewerk in Wildenranna kollabiert. Es war einfach zu heiß; Ursache waren höchstwahrscheinlich die großen Fensterflächen. Der Panoramabus soll zumindest während der restlichen Sommerzeit durch einen Mercedes-Pullmanbus ersetzt werden.

Dank guter Verbindungen waren die „Etwaigen Nachrichten“ schon vor Ort, als der Panoramabus mit den drei zusammengebrochenen Fahrgästen an der Haltestelle ankam. So gelang ein Foto von ihnen. Sie saßen durchweg auf den hinteren Plätzen, weil sich dort die Hitze besonders staute. Zu bleibenden Schäden kam es bei allen dreien nicht. Nur ein Fahrgast musste von der Besatzung des herbeigerufenen Notarztwagens mit einem Atemgerät aufgepäppelt werden.

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Der hintere Bereich des Panoramabusses kurz vor dessen Ankunft. Deutlich zu erkennen die drei kollabierten Personen. Näher durften und wollten wir aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes nicht herangehen.

Linda C., eine von ihnen, war schon kurz nach dem Aussteigen wieder fit. „Mir ist schwarz vor den Augen geworden, und dann bin ich auf dem Sitz umgekippt“, sagte sie den „Etwaigen Nachrichten“ im Interview, nachdem Fritz P. ihr ein Apfelschorle ausgegeben hatte. Wie lange es dauerte, bis sie wieder zu sich kam, wisse sie nicht. „Es war einfach fürchterlich heiß“, sagte sie. Ihre Nachbarin habe sich sogar übergeben. „Ich mache dem Fahrer keinen Vorwurf. So einen heißen Sommer hatten wir ja schon lange nicht mehr.“

Polizeihauptwachtmeister Uwe D. allerdings sah das nicht so locker. „Da müssen wir ein Protokoll aufnehmen“, merkte er sachlich an und zückte den Stift. „Erstatten Sie Anzeige?“, fragte er Linda C. „Nein“, antwortete sie. „Ist schon gut.“

Ihr Sitznachbarin im Bus jedoch, Philomena G., wandte sich an den Beamten und bestand darauf, eine Anzeige zu Protokoll zu geben. „Das ist Körperverletzung“, behauptete sie. „Ich verlange Schmerzensgeld!“ Da winkte D. ab. „Dass es in Bussen im Hochsommer warm wird, damit müssen Sie rechnen“, sagte er. Und er bestand darauf, zu Protokoll zu nehmen, dass Philomena sich vor der Fahrt nicht mit einem Getränk versorgt hatte.

Bahnhofsvorsteher Jakob Claus war auch zur Haltestelle gekommen und dankte der Polizei für ihre detaillierte Aufnahme der Umstände des Zwischenfalls. „Wenn sie es drauf ankommen lassen wollen, bitte“, sagte er indigniert, aber höflich zu G., die sich langsam wieder beruhigte. „Wie wäre es, wenn Sie erst einmal im Bahnhofsrestaurant einen Eiskaffee nehmen? Geht natürlich aufs Haus.“

Alle gingen ins Restaurant, in dem es dank der dicken Gebäudewände angenehm kühl war. Zu Wachtmeister D. sagte Claus: „Wir werden vorerst einen anderen Bus einsetzen.“ Der habe zwar keine Panoramafenster, aber über den großen Seitenscheiben kleine Schiebefenster, die man aufschieben könne. „Aber dann zieht es doch“, mischte Philomena sich ein. Claus rollte mit den Augen. „Manchen kann man es nie recht machen“, seufzte er leise.

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Der neue Pullman-Bus, der bis auf weiteres den Panoramabus ersetzt. Über den Seitenscheiben hat er kleine Schiebefenster, deren Öffnen bei starker Hitze und Luftstau Erleichterung bringen soll.

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