Nummer 4: Sozialwohnungen werden abgerissen!

Das alte Kino aus den 50ern soll wieder aufgebaut werden

Die Stadtverwaltung von Etwashausen hat mit den Stimmen der Linkspartei und der Grauen einen bundesweit bislang einmaligen Beschluss gefasst: Die 50er Jahre sollen in der Hauptstraße 3-9 wieder erstehen. Dazu sollen Sozialwohnungsbauten der 60er und 70er abgerissen und der Altbau in seiner kriegsbeschädigten Form neu aufgebaut werden. Mit einer Rekordbauzeit von einem Wochenende dank vorgefertigter Teile soll der Beschluss noch im Januar umgesetzt werden. Sobald die Bauarbeiten begonnen haben, werden die „Etwaigen Nachrichten“ einen neuen Bildbericht abliefern.

Um diese drei Häuser geht es: Die EN scheuten keine Kosten und Mühen, um im frühen Morgenlicht das Ensemble ein- zufangen. Die beiden rechten wurden 1967 als reine Wohngebäude konzipiert, das Flachdach-Haus kam ein Jahr später hinzu. Architekt Steingart von Herrmann führte seinerzeit einen Prozess gegen den Besitzer, der sich geweigert hatte, das im Entwurf vorgesehene Tonnendach zu realisieren.

Dem Vernehmen nach haben sich die Grauen von den Linken überzeugen lassen, dem Projekt zuzustimmen, weil im Neubau auch wieder ein Kino eröffnen soll – eine Freizeitmöglichkeit, die seit dem Abriss der Vorkriegsbebauung in Etwashausen fehlt.

Hier die Frontansicht, aufgenommen durch die Windschutzscheibe unseres Reporter-Autos.

Die    Mehrheit    kam    am    späten Freitagabend überhaupt nur zu Stande, weil zahlreiche Abgeordnete der Christdemokraten und der SPD bereits den Sitzungssaal verlassen hatten und die Mehrheit der großen Koalition deshalb nicht mehr stand. Dank der Präsenz der Grünen und der Freien Wähler, die sich bei der Abstimmung enthielten, sicherte dennoch die Beschlussfähigkeit des Parlaments. Im Rathaus gingen daraufhin demonstrativ die Lichter aus. Nicht bestätigt wurden Gerüchte, der Beschlussentwurf sei überhaupt nur durch den inzwischen pensionierten Direktor der Unteren Denkmalschutzbehörde, Hans „Lichtgestalt“ Kehrwieder, in den Stadtrat gelangt. Er habe sich damit dafür rächen wollen, dass seinem Gesuch auf Vorruhestand im Jahre 1999 nicht stattgegeben wurde.

Hier das Rathaus (links vorn) mit den demonstrativ ausgeschalteten Lichtern. Das Auto des Bürgermeisters, der sich dank geregelter Arbeitszeit noch den einen oder anderen Groschen dazu verdienen und deshalb seinen Dienstwagen von 300 auf 600 upgraden konnte, konnte, steht noch davor. Im Vordergrund erkennt man außerdem die stadtbekannte Alkoholikerin Silvia F., die es trotz restriktiven Ausschanks seitens des Personals im Gasthaus zur Post schon gegen 18.00 Uhr nicht mehr auf dem Stuhl gehalten hat.

Die Gerüchte besagten, Kehrwieder habe sich mit einem letzten Coup in der Stadt ein Denkmal setzen wollen. Bestandteil des Beschlusses ist nämlich, dass der Neubau wieder in den beklagenswerten Zustand versetzt werden soll, in dem er nach dem Krieg war, damit die Bevölkerung die harten Jahre nach der Währungsreform in bleibender Erinnerung behalte beziehungsweise nachfolgende Generationen auch mal daran dächten, wie schwer es ihre Eltern und Großeltern gehabt hätten.

Und so soll der Neubau aussehen: Die "Etwaigen Nachrichten" konnten einen Blick ins Büro der Baufirma werfen. Dort liegen die Teile schon bereit, noch verpackt, aber bereits bezahlt. Und so wird es wohl bald losgehen. Verfolgen Sie die spannende Geschichte des ersten Retro-Neubaus in Etwashausen weiter! Die "Etwaigen" werden berichten - topaktuell und mit Bildern von überall!

... berichtet regelmäßig in den “Etwaigen Nachrichten” (EN) über die Ereignisse in Etwashausen. Sie erreichen Fritz P. per Elektronischer Post über das Kontaktformular oder über folgende Anschrift:

Reporterlegende Fritz P.
Etwaige Nachrichten
Hauptstraße / Markt
Etwashausen

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